apano-Stimmungsindex

Die massive Eskalation im Nahen Osten wirkt wie eine kalte Dusche auf die globalen Märkte, die sich ohnehin bereits in einem vorsichtigen Risk-Off-Modus befanden. Anders als der kurze 12-Tage-Krieg von 2025 deutet die Intensität der Angriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran auf eine mehrwöchige Auseinandersetzung hin. Der Iran kann diesen Konflikt militärisch nicht gewinnen, doch die Unterbrechung der Ölströme droht wirtschaftlichen Schaden zu verursachen. Europäische Aktien geben nach, wobei sich der britische FTSE 100 und der Schweizer SMI als defensive Häfen profitieren. Diese Indizes profitieren von ihrer hohen Gewichtung in Konsum- und Gesundheitswerten, die zusammen über 30 bzw. 50 Prozent der Indizes ausmachen und weniger vom Konjunkturzyklus abhängen als die zyklischen Industrie- und Finanzwerte im DAX oder CAC. Besonders britische Titel ziehen durch die vorbörslichen Gewinne im Energiesektor Aufmerksamkeit auf sich und setzen ihren starken Jahreslauf fort.



Die Straße von Hormuz gerät als vitale Schlagader, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und LNG-Bedarfs fließen, unmittelbar ins Visier. Eine Beeinträchtigung dieser Passage trifft vor allem Asien, da über 80 Prozent der dortigen Rohölströme dieses Nadelöhr nutzen. China, Indien, Japan und Südkorea decken hierüber fast 70 Prozent ihres Bedarfs. Selbst ohne vollständige Blockade sorgt die Risikoaversion der Reeder für steigende Frachtraten. Eine Aktivierung iranischer Stellvertreter wie der Hisbollah oder der Huthi-Rebellen würde zudem den Welthandel über das Rote Meer hinaus destabilisieren, auch wenn deren militärische Schlagkraft zuletzt deutlich abgenommen hat.



Diese geopolitische Schockwelle trifft auf einen bereits verwundbaren Kreditmarkt. Die Risikoaufschläge für asiatische Investment-Grade-Anleihen weiteten sich am Montag um vier Basispunkte aus – der stärkste Anstieg seit sieben Monaten. Auch die Kosten zur Absicherung von US-Hochzinsanleihen steigen rasant, da Investoren zunehmend in Qualität umschichten.



In Asien fallen die Verluste angesichts der Ereignisse moderat aus. Japan liegt je nach Index mit rund Prozent im Minus. Der Hang-Seng-Index sticht mit minus zwei Prozent hervor, während chinesische Festlandaktien zeitweise im Plus lagen. China sieht sich aber einer ernsthaften Bedrohung seiner Energiesicherheit gegenüber, da das Land signifikant mehr Öl aus dem Iran bezieht als aus anderen Regionen. Der potenzielle Ausfall verbilligter iranischer Lieferungen, die bisher US-Sanktionen umgingen, wiegt schwer. Gleichzeitig könnte dies Druck aus China auf den Partner Iran bedeuten. Derweil stabilisiert die Aussicht auf neue Konjunkturstimuli durch den Nationalen Volkskongress, der den 15. Fünfjahresplan verabschiedet, die Inlandsindizes auf dem Festland.



Die Wall Street beendete die Vorwoche bereits im Minus, da erste Anzeichen der Eskalation und unerwartet stark gestiegene US-Erzeugerpreise die Zinshoffnungen dämpften. Händler verweisen auf die Sensibilität gegenüber technologischen Umbrüchen, die bereits vor dem Nahost-Schock die Risikoaufschläge am Kreditmarkt trieben. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex lieferte zwar positive Signale, konnte gegen die geopolitische Dominanz aber keine Akzente setzen.



Der US-Dollar fungiert in diesem Umfeld als ultimative Reservewährung, es stützt die US-Energieautarkie. Auch der Schweizer Franken bestätigt seine Rolle als Lehrbuch-Hafen. US-Staatsanleihen dienen erneut als verlässlicher Schild gegen die Volatilität, wobei insbesondere das mittlere Laufzeitsegment (5 bis 10 Jahre) ohne nennenswertes Kreditrisiko gesucht ist.



Gold markiert einen Rekord und sprang über die Marke von 5.350 US-Dollar. Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Aufschlägen auf die Angriffe. Sollte die Straße von Hormuz längerfristig blockiert bleiben, drohen Notierungen bis zu 100 US-Dollar.



Der APX rutscht von 40 auf nur noch zuversichtliche 26 Punkte ab.



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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