apano-Stimmungsindex

Zum Start in die neue Handelswoche stehen die europäischen Aktienmärkte massiv unter dem Eindruck einer neuen handelspolitischen Eskalation. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, zehnprozentige Zusatzzölle auf Importe aus mehreren europäischen Ländern zu erheben, um den Verkauf von Grönland an die USA zu erzwingen, löst eine deutliche Flucht aus Risikoanlagen aus. Wir beobachten, dass insbesondere der Automobil- und Ersatzteilsektor mit Abschlägen von über sieben Prozent die Hauptlast trägt. Auch Technologieaktien wie ASML geben deutlich nach. Das im letzten Jahr mühsam ausgehandelte Handelsabkommen zwischen der EU und den USA steht damit vor dem Scheitern, da führende Fraktionen im EU-Parlament bereits eine Aussetzung der Ratifizierung fordern. Während Rüstungswerte wie Rheinmetall als defensiver Gegenpol gesucht bleiben, rutschen die Futures auf den S&P 500 um ein Prozent ab. Wir werten diese Entwicklung als Rückkehr des globalen geopolitischen Risikos, das von den Marktteilnehmern vor dem Wochenende noch weitgehend ausgeblendet wurde. Asien zeigt sich erwartungsgemäß relativ widerstandsfähig.



An den ostasiatischen Handelsplätzen zeigt sich am Montagmorgen ein differenziertes Bild. Im Fokus stehen die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China: Das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal stieg um 4,5 Prozent und verfehlte damit knapp die Prognose, womit Peking jedoch sein offizielles Jahresziel punktgenau erreichte. Bemerkenswert ist die Umschichtung privater Vermögen in der Volksrepublik; chinesische Haushalte beginnen, ihre massiven Barreserven von rund 7 Billionen Dollar aus niedrig verzinsten Bankeinlagen in Aktien und Gold umzuleiten. Während die Börse in Hongkong unter den US-Zollandrohungen leidet, setzt der Kospi in Seoul seine Rally mit einem Plus von 1,3 Prozent fort. Getrieben wird diese Entwicklung durch die anhaltende Knappheit bei Speicherchips. Der US-Konzern Micron Technology unterstreicht dies durch den Plan, ein taiwanischen Werks für 1,8 Milliarden Dollar zu übernehmen und warnt, dass der Chipmangel bis weit über das Jahr 2026 hinaus anhalten werde.



An der Wall Street dominierte bereits am Freitag eine abwartende Haltung. Die Personalien an der Spitze der Federal Reserve bleiben das bestimmende Thema für die künftige Zinspolitik. Die Wahrscheinlichkeit einer Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell wird am Markt mittlerweile auf 60 Prozent taxiert, was gegenüber dem favorisierten Kevin Hassett als weniger marktfreundlich gilt. Wir sehen hierin einen Grund für die gedämpften Zinssenkungshoffnungen. Dennoch bleibt die Begeisterung für den Halbleitersektor intakt, gestützt durch den robusten Ausblick von TSMC.



Auf den Devisen- und Rentenmärkten führt die aktuelle Unsicherheit zu markanten Verschiebungen. Als klarer Profiteur dieser Entwicklung kristallisiert sich der Schweizer Franken heraus, der sowohl zum Dollar als auch zum Euro aufwertet. Da die Schweiz nicht auf der Liste der von Zöllen bedrohten Nationen steht, fungiert der Franken als natürlicher Hedge gegen den Grönland-Konflikt. Am Anleihemarkt sehen wir in Deutschland eine Versteilerung der Zinskurve, getrieben von der Erwartung, dass die EZB bei einem eskalierenden Handelsstreit zu weiteren Zinssenkungen gezwungen sein könnte. In Japan hingegen kam es zu einem massiven Ausverkauf bei Staatsanleihen: Berichte über eine geplante Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel trieben die Renditen 10- und 20-jähriger Papiere auf den höchsten Stand seit 1999, während 30-jährige Titel einen Rekordstand bei den Zinsen markierten.



Gold und Silber klettern aufgrund der Flucht in sichere Häfen kräftig nach oben, wobei Gold erneut Rekordstände erreicht. Der Ölpreis stabilisiert sich auf höherem Niveau, obwohl die unmittelbare Gefahr einer Intervention im Iran etwas abgenommen hat.



Der apano APX ermäßigt sich um drei auf gerade noch optimistische 30 Punkte.



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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