apano-Stimmungsindex

Die europäische Handelswoche steht unter dem massiven Druck einer neuen Stufe der transatlantischen Spannungen, da die Zollandrohungen von US-Präsident Trump im Zuge des Konflikts um Grönland eine „Sell America“-Stimmung befeuert haben. Wichtiger ist heute der massive Renditeanstieg japanischer Staatsanleihen, der global die Anleihenmärkte und damit auch die Aktien unter Druck setzt. Die Stoxx-50-Futures notieren schwächer, während die US-Futures Verluste von über einem Prozent verzeichnen. Die eigentliche Gefahr liegt nicht allein in den Handelsströmen liegt, sondern in den Kapitalflüssen. Europa fungiert als größter Financier der USA; europäische Institutionen halten enorme Bestände an US-Anleihen und Aktien, welche die US-Defizite seit Jahren stützen. Sollte Europa Kapitalmarktmaßnahmen als Antwort auf die Zölle ergreifen, würde dieser Schock die Auswirkungen der Zölle bei weitem übertreffen. Dieser Konflikt um Grönland hat die transatlantische Allianz in eine Krise gestürzt, während europäische Staats- und Regierungschefs in Davos über Gegenmaßnahmen wie Zölle auf US-Waren im Wert von über 100 Milliarden Dollar beraten.



In Asien dominierten heute Kursverluste, allen voran in Tokio, wo der Nikkei-225 um 0,7 Prozent nachgab: In Seoul verzeichnete der Kospi nach einer zwölftägigen Rekordserie einen leichten Rückgang um 0,4 Prozent, was wir als notwendige Konsolidierung nach dem jüngsten Enthusiasmus für KI-Werte werten. Der australische S&P/ASX-200 sank um 0,3 Prozent, belastet durch Kursverluste bei BHP. Trotz einer Anhebung der Kupfer-Produktionsprognose trüben steigende Kosten beim kanadischen Kali-Projekt die Bilanz des weltgrößten Bergbaukonzerns.



Die US-Börsen blieben am Montag feiertagsbedingt geschlossen, doch der vorbörsliche Handel am Dienstag spiegelt die wachsende Verunsicherung wider. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Eingriff des Justizministeriums in die Unabhängigkeit der Federal Reserve, was die Glaubwürdigkeit der US-Institutionen untergräbt. Die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten, die ein gemischtes Bild zeigten, treten gegenüber den geopolitischen Schlagzeilen in den Hintergrund.



Am Rentenmarkt vollzieht sich derzeit möglicherweise ein struktureller Umbruch, der für die Aktienmärkte noch bedeutsamer ist als die Zolldiskussionen. Die Renditen japanischer Staatsanleihen (JGBs) schossen auf Rekordstände hoch, wobei die 40-jährige Rendite erstmals die Marke von 4 Prozent durchbrach. Dieser Ausverkauf in Tokio schwappte unmittelbar auf die US-Treasurys über, deren 30-jährige Renditen in Asien um etwa 7 Basispunkte stiegen. Japans Ministerpräsidentin Takaichi strebt nach Neuwahlen ein üppiges Fiskalpaket an. Wir identifizieren hier eine grundlegende Neubewertung der Laufzeitprämien (Term Premia). In der vergangenen Dekade waren diese Prämien durch quantitative Lockerung und berechenbare Geldpolitik künstlich unterdrückt. Mit dem Übergang in ein neues ökonomisches Regime fordern Investoren nun eine höhere Entschädigung für das Halten langfristiger Schulden. Vor 2010 lag dieser Aufschlag bei 210 Basispunkten, aktuell sind es nur 70. Die Wahrheit dürfte in der Mitte dieser Eckdaten liegen. Dies impliziert weiteres Aufwärtspotenzial für die Renditen und entsprechenden Druck auch auf die Aktienbewertungen.



Gold erreichte erstmals die Marke von 4.700 Dollar. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg leicht an. Das primäre Risiko bleibt hier die geopolitische Risikoprämie aufgrund der Spannungen im Nahen Osten. Kupfer und Aluminium zeigen Anzeichen einer vorübergehenden Erschöpfung des Aufwärtstrends. BHP hat zwar die Kupfer-Produktionsziele auf bis zu 2,0 Millionen Tonnen erhöht, doch der Markt verharrt in einer abwartenden Haltung, bis klare Signale über die künftige US-Zollpolitik vorliegen.



Besonders der Renditeanstieg aber auch schwächere Aktienkurse lassen den APX um fünf auf nur noch zuversichtliche 25 Punkte rutschen.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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