apano-Stimmungsindex

Die europäischen Terminmärkte versuchen am Freitagmorgen eine Kehrtwende und drehen nach anfänglichen Verlusten von über einem Prozent knapp ins Plus. Diese Stabilisierung der Risikoanlagen erfolgt ohne offensichtlichen fundamentalen Auslöser, was wir primär als technische Reaktion auf die massiven Kursverluste der laufenden Woche werten. Die derzeit zeitgleiche Bodenbildung über fast alle Anlageklassen hinweg, birgt das Risiko, dass erneute Schwäche bei einem einzelnen Wert eine Kettenreaktion auslösen könnte. In den vergangenen Tagen sind wir in den Risk-Off-Modus gegangen. Wir sehen die Stabilisierung eher als Chance, das Risiko weiter zu reduzieren. Belastend wirkt für den europäischen Markt die Hiobsbotschaft aus dem Automobilsektor: Stellantis muss Sonderbelastungen von rund 22 Milliarden Euro verkraften. Die Kombination aus hohen Kosten und einer weltweit schwächelnden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zwingt den Konzern zu einer umfassenden Strategieänderung. Während die US-Märkte zuletzt das Schlusslicht der globalen Performance bildeten, identifizieren wir den brasilianischen Ibovespa als einen der wenigen verbliebenen Rückzugsorte für Investoren.



In Asien herrschte ein uneinheitliches Bild. Der japanische Nikkei-225 rettete ein Plus ins Ziel, gestützt durch die Erwartung eines Wahlsiegs der Liberaldemokratischen Partei am kommenden Wochenende. Konträr dazu verlor der südkoreanische Kospi 1,4 Prozent. Ausländische Investoren Zweifel vermehrt an der Rentabilität der gigantischen KI-Investitionen– ein Thema, das bereits die US-Vorgaben belastete. In Sydney sorgten Abschläge von zwei Prozent für Ernüchterung, da Anzeichen einer schwächeren Nachfrage aus China die Stimmung im Rohstoffsektor eintrüben. Wir werten die steigenden Lagerbestände in chinesischen Häfen als Signal für eine konjunkturelle Abkühlung in der Region.



Die Wall Street lieferte gestern erneut schwache Vorgaben, wobei die Verunsicherung im Softwarebereich das bestimmende Thema blieb. Es bleibt eine Skepsis gegenüber dem "Software-as-a-Service"-Modell, nachdem das KI-Unternehmen Anthropic neue Werkzeuge vorstellte, die komplexe Aufgaben wie juristische Dienstleistungen automatisieren können. Diese existenzielle Bedrohung herkömmlicher Geschäftsmodelle lässt Investoren derzeit jegliche Toleranz für kontroverse Nachrichten vermissen. Eine KI-Investitionsoffensive von Amazon löste einen Kurssturz aus. Flankiert wurde die schlechte Stimmung von schwachen Arbeitsmarktdaten: Die Zahl der offenen Stellen in den USA sank auf den tiefsten Stand seit 2020. Wir interpretieren dies als Zeichen einer Abkühlung, auch wenn Notenbankvertreter wie Raphael Bostic weiterhin für stabile Zinsen plädieren, um die Inflation nachhaltig zu drücken.



Am Devisenmarkt verliert der US-Dollar gegenüber den G-10-Währungen geringfügig an Boden. Die These eines Verlusts des Reservestatus halten wir für überzogen. Der Ausverkauf bei Softwareaktien erreicht den Kreditmarkt, da Anleger Ausfallrisiken bei Unternehmen fürchten, deren Kunden auf günstigere KI-Plug-ins umsteigen. Zudem geraten gehebelte Hedgefonds-Wetten unter Druck, die auf eine Ausweitung der Spreads zwischen Treasuries und Swaps gesetzt hatten. In Abu Dhabi erzielten Unterhändler der USA, Russlands und der Ukraine unterdessen nur bescheidene Fortschritte bei den Friedensgesprächen, wobei insbesondere die territoriale Kontrolle im Donbas ein ungelöstes Problem bleibt.



Die Rohstoffmärkte zeigen sich von der Volatilität im Kryptosektor infiziert. Dennoch stabilisieren sich die Edelmetalle am Morgen bereits wieder auf hohem Niveau. Beim Rohöl verzeichnen wir deutliche Aufschläge. Die Warnung der US-Botschaft an amerikanische Staatsbürger, den Iran zu verlassen, hält die geopolitische Risikoprämie hoch.



Der Volatilitätsanstieg und die charttechnische Situation in de USA und Europa lassen den APX um acht auf nur noch neutrale 13 Punkte sinken.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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