apano-Stimmungsindex

Die europäischen Aktienmärkte lassen die am Vortag an der Wall Street aufgekommenen Ängste vor einer systemischen Krise durch künstliche Intelligenz hinter sich. Während die US-Börsen am Montag massiv einbrachen, tendieren die europäischen Futures leicht im Plus. Die Marktstimmung bleibt aber fragil, geprägt von der massiven Unsicherheit durch die US-Handelspolitik. Anleger suchen vermehrt Schutz in sogenannten „HALO“-Werten – Unternehmen mit hohen Sachwerten und geringem Risiko technologischer Überholung. In diesem Umfeld mahnt J.P.Morgan-Chef Jamie Dimon vor Fehlern der Konkurrenz zur Ertragssteigerung, wo er Parallelen zur Zeit vor der Finanzkrise 2008 sieht. Der Kreditzyklus drohe sich zu verschlechtern. Private-Equity- und Private-Credit-Firmen geraten unter Druck. Europäische Branchengrößen wie die EQT Group, Partners Group, CVC und ICG verzeichneten herbe Kursverluste, da Zweifel an der Werthaltigkeit ihrer softwarelastigen Portfolios sowie Verwerfungen bei Blue Owl Capital das Vertrauen erschüttern.



Wie sensibel und orientierungslos besonders der US-Markt agiert, zeigte die jüngste Handelssitzung: Das relativ junge Researchhaus Citrini – eher ein vorlauter Börsenbrief, dessen Gründer seine Karriere als Sanitäter und Betreiber von Marihuana-Ausgabestellen begann – zeichnete ein düsteres Bild einer „globalen Intelligenzkrise“. In diesem hypothetischen Szenario führt der Einsatz von KI zu massenhafter Arbeitslosigkeit bei hochqualifizierten Wissensarbeitern und einer daraus resultierenden Finanzkrise. Da menschliche Intelligenz nicht länger der knappe Inputfaktor sei, löse dies einen rasanten Preisverfall bei Wissensarbeit aus. Obwohl nicht besonders originell, belastete diese steile These die US-Börse.



In Asien schütteln die meisten Märkte die schwachen US-Vorgaben ab und nutzen die Rückkehr aus der Feiertagspause für Kursgewinne. Angeführt von Technologiewerten steigen die Indizes in Tokio und Schanghai, getragen von der Aussicht auf zumindest vorübergehend niedrigere US-Zölle. Besonders für China könnte der effektive Zollsatz nun auf etwa 26 Prozent sinken, was exportorientierten Sektoren Auftrieb verleiht. Der Nikkei-225 profitiert zusätzlich von möglichen Kapitalumschichtungen aus den USA in stabilere Regionen. In Seoul markiert der Kospi erneut einen Rekordstand. Lediglich in Hongkong spiegelt der Hang Seng Index die US-KI-Sorgen wider; Schwergewichte wie Alibaba und Tencent verzeichnen Abschläge.



Die gestrige Sitzung an der Wall Street offenbarte die extreme Fragilität des Marktes. Die Sorge, dass KI so erfolgreich wird, dass sie für bestehende Unternehmensstrukturen negativ wirkt, ließ den Dow Jones um 822 Punkte bzw. 1,7 Prozent einbrechen. Betroffen waren insbesondere Softwarefirmen. Auch American Express und Blackstone litten. Das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 fiel zudem schwächer aus als erwartet, was die Skepsis gegenüber US-Anlagen verstärkt.



Der Yen gerät unter Druck nachdem China japanische Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt hat. Der Schweizer Franken bleibt als klassischer sicherer Hafen gesucht, gestützt durch die robusten institutionellen Rahmenbedingungen und die fiskalische Stabilität der Eidgenossenschaft. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung untermauert eine restriktive Haltung der Notenbank; mehrere Mitglieder würden bei anhaltend hoher Inflation sogar explizite Zinserhöhungen wieder in das Vokabular aufnehmen, anstatt die Zinsen zeitnah zu senken.



Gold verbilligt sich. Kupfer profitiert von der Rückkehr der chinesischen Händler. Der Ölpreis notiert jedoch unter seinem Jahreshoch vom Montag. Die Märkte warten die für Ende der Woche in Genf angesetzten Gespräche zwischen den USA und dem Iran ab. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung verhindert ein Einpreisen eines massiven Angebotsschocks, zumal der Tankerverkehr in der Straße von Hormus ungestört verläuft.



Trotz der Turbulenzen verbessert sich der APX um fünf auf wieder optimistische 33 Punkte



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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