apano-Stimmungsindex

Der europäische Aktienmarkt startet mit gedämpften Erwartungen in den Handel. Die Kommunikationspolitik der US-Regierung verunsichert Anleger. Die Mitteilung des US-Energieministers Chris Wright auf X, die Navy habe Schiffe durch die Straße von Hormus eskortiert, war falsch und wurde wieder gelöscht. Auch Donald Trump wechselt scheinbar nach Belieben seine Einschätzungen. Ein Bericht über Abschreibungen in den Private-Credit-Portfolios von JPMorgan dämpft ebenfalls den Optimismus, den die starken nachbörslichen Zahlen von Oracle zunächst ausgelöst hatten. Die Internationale Energieagentur (IEA) versucht derweil, den Preisschock am Ölmarkt durch die größte koordinierte Freigabe strategischer Reserven in ihrer Geschichte abzufedern. Das geplanten Volumen würde die 182 Millionen Barrel aus dem Jahr 2022 übersteigen. Für Europa, besonders Deutschland, ist indessen die Erdgas-Versorgung fast noch relevanter. Katar als weltgrößter Lieferant für verflüssigtes Erdgas hat fünf Tage lang nicht geliefert, die längste Unterbrechung seit 2008. Geheimdienstkreise berichten gleichzeitig von neu verlegten iranischen Minen in der Straße von Hormus. Ein Frachtschiff wurde in Brand geschossen. Parallel dazu verschieben sich die globalen Verteidigungskapazitäten: Die USA ziehen vorübergehend Flugabwehrsysteme aus Asien ab, um sie im Nahen Osten zu konzentrieren. Dies schwächt die Verteidigungsfähigkeit von Partnern wie Seoul und Taipeh gegenüber China, das zeitgleich seinen Rüstungshaushalt um sieben Prozent erhöht und sein Raketenarsenal massiv ausbaut. Die Wiederauffüllung der US-Arsenale wird aufgrund bestehender Kapazitätsengpässe Jahre in Anspruch nehmen. In Europa bereiten sich die Märkte zudem auf eine restriktivere Gangart der EZB vor. Präsidentin Christine Lagarde und Ratsmitglied Peter Kazimir signalisieren, dass eine Zinserhöhung auf 2,25 Prozent näher rückt, um Zweitrundeneffekte der Energiepreise zu verhindern.



In Asien setzte sich die Erholung fort. Die Aussicht auf die Rekordfreigabe der IEA-Ölreserven sorgte für eine Entspannung und stützte die exportorientierten Volkswirtschaften der Region. Interessanterweise exportiert der Iran derzeit mehr Öl durch die Straße von Hormus als vor dem Krieg, während Saudi-Arabien und die VAE gezwungen sind, auf ihre Bypass-Pipelines zum Roten Meer auszuweichen. Diese Infrastruktur kann die regulären Tankerströme nur teilweise ersetzen, verhindert jedoch einen vollständigen Zusammenbruch der Versorgung.



Die Wall Street zeigte sich gestern nahezu unverändert, da die Skepsis über die Dauer des Iran-Konflikts die Kauflaune dämpfte. Die gegensätzlichen Botschaften aus Washington – Trumps Optimismus gegen Hegseths Fokus auf militärische Zerstörung – lassen keine klare Richtung zu. Ein Lichtblick bleibt der Technologiesektor, angeführt von Oracle. Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für 2027 an, da die Nachfrage nach KI-Rechenleistung das Angebot bei weitem übersteigt – ein Trend, den bereits Microsoft und Amazon bestätigten.



Der US-Dollar tritt seit rund vier Tagen auf der Stelle und spiegelt damit die Unsicherheit über den weiteren Verlauf in Nahost. In Europa rutschen die Kurse deutscher Bundesanleihen ab, da die Märkte beginnen, die hawkische Rhetorik der EZB-Vertreter ernst zu nehmen. Die Abschreibungen im Private-Credit-Sektor bei JPMorgan fungieren hierbei als zusätzlicher Warnhinweis für eine mögliche Verschlechterung der Kreditqualität in den Portfolios großer Vermögensverwalter.



Brent-Öl handelt um die Marke von 89 Dollar. Die Marktteilnehmer wägen die Rekordfreigabe der IEA-Reserven gegen die physischen Risiken in der Straße von Hormuz ab. Die Volatilität bleibt hoch, da technische Experten der IEA heute über das endgültige Volumen der Freigabe entscheiden. Gold profitiert zwar von der geopolitischen Unsicherheit, wird jedoch durch steigende Anleiherenditen ausgebremst. Silber tendiert schwächer.



Der APX verbessert sich um sieben auf weiter neutrale zwei Punkte.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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