apano-Stimmungsindex

Europas Aktienmärkte starten tiefrot. Die über das Wochenende massiv eskalierte Lage im Iran fungiert als Katalysator für eine Flucht aus Risikoanlagen. Der Ölmarkt sendet Warnsignale, die die Schocks der russischen Invasion von 2022 und die damaligen Sanktionen gegen russische Exporte in den Schatten stellen. Brent-Öl verteuert sich rasant um rund 17 Prozent auf etwa 108 Dollar pro Barrel, nachdem in der Spitze kurzzeitig sogar 120 Dollar aufgerufen wurden. Diese Entwicklung beendet das Narrativ eines reichhaltigen Energieangebots und treibt die Inflationserwartungen massiv nach oben. Investoren müssen sich auf ein deutlich härteres Umfeld für Aktien und Anleihen einstellen, da der massive Schaden für das globale Wachstum und die Preisstabilität eine Neubewertung erzwingt. Einzig die mögliche Freigabe von Ölreserven durch die G7-Staaten bietet ein Parallelszenario zu 2022, ändert jedoch nichts am fundamental negativen Ausblick für Risikoanlagen. Die Märkte europäisches Erdgas folgt der Öl-Rally und erhöht Druck auf die Industrie. Es ist weniger Frage der militärischen Überlegenheit der USA, als vielmehr die Frage, was kommt, wenn der Iran in Schutt und Asche gelegt ist, die über die Märkte entscheidet. Die schnellen Erholungen, die wir andererseits nach Ende des Krieges im Irak (Dessert Storm) gesehen haben, erfordert derzeit ein schnelles Reaktionsvermögen.



Die Tragweite dieses Krieges erreicht die Verbraucher direkt über steigende Preise an Zapfsäulen und in Supermärkten. Über die direkten Energiekosten hinaus geraten Agrarrohstoffe unter Druck, da die Getreidepreise kräftig anziehen. Der Iran-Konflikt blockiert den Zugang zu kostengünstigen Harnstoff- und Ammoniakanlagen, die 5 beziehungsweise 11 Prozent des Welthandels mit Düngemitteln abdecken. Die Harnstoffpreise schossen bereits um 25 Prozent in die Höhe und erreichen Stände, die zuletzt während der Ukraine-Krise verzeichnet wurden.



In Asien löst die Rückkehr des Ölpreises über die 100-Dollar-Marke heftige Kursstürze aus. Vergleichsweise resilient präsentieren sich die chinesischen Börsen. Hier werden überraschend stark gestiegene Verbraucherpreise für Februar eher als Zeichen einer konjunkturellen Belebung gewertet, wobei Sondereffekte des Neujahrsfests das Bild verzerren. Zudem deckt Öl gerade mal 18 Prozent des Primärenergiebedarf des Landes, wobei Öl grob zur Hälfte aus dem Irak bezogen wird. China hat wahrscheinlich inoffiziell enorme Lager aufgebaut.



Die Wall Street beendete die Vorwoche bereits mit deutlicher Schwäche. Zu den geopolitischen Spannungen gesellte sich ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht für Februar, der die Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent steigen ließ. Diese Kombination nährt die Furcht vor einer Stagflation und stellt die US-Notenbank vor ein Dilemma: Schwache Beschäftigungsdaten verlangen nach Zinssenkungen, während die inflationären Impulse vom Energiemarkt eigentlich Straffungen erfordern.



An den Rentenmärkten führt die Angst vor reflationären Risiken zu massiven Kursverlusten. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen klettern auf 4,19 Prozent. Händler preisen aggressiv eine restriktivere Geldpolitik ein, was den US-Dollar weiter stärkt. Der Schweizer Franken leistet als sicherer Hafen Widerstand, ist aber zum Greenback nahezu unverändert.



Brent-Öl verteuert sich auf Rekordstände für das Jahr 2026, wobei die prozentualen Zuwächse bereits das Niveau der Spitzenwerte von 2022 übertreffen. Gold fällt hingegen leicht zurück, da der erstarkende US-Dollar die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls mindert. Auch Reflationsrisiken, die Zinssenkungen verhindern könnten, belasten das Edelmetall zusätzlich. Aluminium verteuert sich aufgrund der globalen Angebotsknappheit. Die faktische Blockade der Straße von Hormus hat die Schifffahrt im Nahen Osten fast zum Erliegen gebracht, was die Versorgungslage mit Rohöl und Düngemitteln weltweit prekär werden lässt.



Der APX sinkt um sechs auf weiter neutrale minus acht Punkte.



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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