apano-Stimmungsindex

Die Märkte bleiben zwischen Hoffen und Bangen gefangen. Besonders Europa steht vor einem doppelten Hindernis: Die Region ist massiv auf Energieimporte angewiesen und profitiert gleichzeitig kaum von der jüngsten Stärke im Technologiesektor. Die Hoffnung vom Montag, eine Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus stehe bevor, erweist sich als voreilig. Zwar passierte mit der „Karachi“ erneut ein nicht-iranischer Tanker das Nadelöhr, doch verbessert dies die Gesamtlage nicht signifikant. Vielmehr zielt der Iran mit intensivierten Angriffen auf eine nachhaltige Schädigung der Energieinfrastruktur der Region. Brände im emiratischen Shah-Gasfeld sowie Drohnenangriffe auf den Hafen von Fujairah und irakische Ölfelder unterstreichen dies. Höhere Energiepreise würden einen stagflationären Schock auslösen. Da die Reaktion der Aktienmärkte bisher verhalten ausfällt, besteht Abwärtspotenzial. Flankiert wird diese Unsicherheit durch die Verschiebung des Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping, da der US-Präsident die Aufsicht über die Kriegshandlungen im Nahen Osten priorisiert. Zudem belasten Prognosen für den Kreditmarkt: Die Ausfallraten bei Private Credit dürften laut Analysten auf acht Prozent steigen, da Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz die Softwareindustrie massiv disruptieren. Steigende Kosten für Öl, Militärausrüstung und Chips treiben das Inflationsrisiko. Israel eröffnete derweil durch die Bodeninvasion im Libanon eine neue Front gegen die Hisbollah, was die militärische Kapazität in der Region weiter anspannt.



Asien zeigte sich widerstandsfähig. Vor allem in Seoul treiben Technologiewerte den Markt, nachdem Nvidia auf einer Entwicklerkonferenz mit neuen Produkten und einem optimistischen Ausblick überzeugte. Samsung Electronics und SK Hynix markieren deutliche Zuwächse von bis zu vier Prozent. Dennoch bleibt die Region verwundbar hinsichtlich der Gasversorgung, auch wenn lokale Lagerbestände bei Rohöl vorerst als Puffer dienen. In Australien sorgte die Reserve Bank of Australia (RBA) für eine Überraschung und erhöhte den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 4,10 Prozent. Dies verdeutlicht das weltweite Umdenken der Währungshüter infolge der explodierenden Energiepreise.



In New York stabilisierten sich gestern die Kurse, gestützt durch zeitweise sinkende Ölpreise und Fortschritte im Technologiesektor. Jensen Huang läutete für Nvidia das „Zeitalter der Inferenz“ ein und präsentierte Hardware-Lösungen, die KI-Modelle effizienter machen. Der Optimismus über eine neue Rechenära trieb auch Micron und Speichermedienhersteller wie Sandisk nach oben. Konjunkturell enttäuschte der Empire State Manufacturing Index im März mit einem Rutsch in den negativen Bereich, was theoretisch Raum für Zinssenkungen ließe. Allerdings verhindert die bereits im ersten Absatz dargelegte Inflationsgefahr derzeit eine Lockerung der Geldpolitik.



Der US-Dollar profitiert weiterhin von seinem Status als sicherer Hafen. Wir sehen eine Divergenz in der Zentralbankpolitik: Während die Fed ihr duales Mandat aus Inflation und Beschäftigung abwägt, konzentriert sich die EZB primär auf die Preisstabilität. Innerhalb der Eurozone erscheinen Euro-Investment-Grade-Kredite attraktiver als Hochzinsanleihen, da die Nachfrage nach erstklassigen Schuldnern die Spreads begrenzt und Anleger riskante Segmente meiden.



Die Rohölpreise ziehen erneut an, getrieben durch die anhaltenden Versorgungsängste und die Weigerung der Alliierten, sich an Geleitschutzmissionen zu beteiligen. Signifikante Störungen könnten mindestens bis Ende März anhalten. Gold erholt sich leicht, wird jedoch durch steigende Anleiherenditen ausgebremst. Bei Aluminium steigen die Angebotsrisiken: Bahrain drosselt seine Produktion auf einen lokalen Rekordtiefstand und Katar sieht sich aufgrund von Erdgasmangel zu Produktionseinschränkungen gezwungen.



Der APX steigt um einen auf minus elf Punkte (neutral).





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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