apano-Stimmungsindex

Europas Aktienmärkte blicken auf einen tiefroten Handelstag, während die Rohstoffmärkte Schockwellen durch die Kontinente senden. Ein Anstieg der europäischen Erdgas-Futures um über 30 Prozent und kräftig kletternde Rohölpreise belasten die Region massiv, da Europa als Netto-Energieimporteur deutlich verwundbarer gegenüber Versorgungsschocks ist als die energieautarken USA. Besonders Deutschland wird an seiner Achillesferse, der Gasversorgung getroffen, die nun auch an Katar hängt. Diese Dynamik verschiebt die Erwartungen an die Zentralbankpolitik grundlegend: Statt der erhofften Zinssenkungen preisen Händler nun eine schnellere Inflation ein, was die EZB-Zinswetten für 2026 erstmals in Richtung einer Straffung kippen lässt. Bis Dezember werden nun Zinserhöhungen von 4 eingepreist, während am vergangenen Freitag noch eine Lockerung von 10 Basispunkten das Basisszenario darstellte. Die faktische Schließung der Straße von Hormus verschärft die Lage dramatisch. US-Präsident Trump prognostiziert eine Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen, während US-Gesandter Steve Witkoff ein Abkommen mit Teheran als „unmöglich“ bezeichnet. Ein CNN-Bericht legt nahe, dass die nächste Phase der Angriffe gezielt die iranische Raketenproduktion, Drohnen und die Marine ins Visier nimmt. Dieser Schock zwingt Europa zu einer fiskalischen Antwort, sei es durch massiv steigende Verteidigungsausgaben oder zur Abfederung der Energiepreise. Unter der Oberfläche brodelt es: Spreads zwischen verschiedenen Lieferterminen für Öl deuten auf weiter steigenden Ölpreise hin.



Die anhaltenden Angriffe der USA und Israels drücken die ostasiatischen Börsen am Dienstag erneut deutlich ins Minus. In Seoul knickte der Kospi nach der Feiertagspause um 7,2 Prozent ein, was eine kurzzeitige Handelsaussetzung auslöste. Besonders die Technologiewerte Samsung Electronics und SK Hynix, da die bisherige Euphorie um künstliche Intelligenz (KI) hinter die Kriegsängste zurücktritt. In Tokio verbuchte der Nikkei-225 mit einem Minus von 3,1 Prozent den herbsten Tagesverlust seit November. Zusätzlichen Druck übt BoJ-Vize Himino aus, der das Festhalten an weiteren Zinserhöhungen bekräftigte. China zeigt sich mit moderaten Abgaben resilienter. Die Risiken für die chinesische Ölversorgung trotz des Iran-Konflikts erscheinen kurzfristig beherrschbar. Zudem richtet sich der Blick auf den Nationalen Volkskongress, der den 15. Fünfjahresplan verabschieden wird, von dem neue konjunkturelle Stimuli zu erwarten sind.



Die Wall Street schloss gestern nahezu unverändert, nachdem sich die Kurse von frühen Verlusten erholen konnten. Die Eskalation im Iran war durch die Abgaben vom Freitag bereits zu einem erheblichen Teil eingepreist. Die Autarkie der USA bei Öl und Gas zahlt sich aus. Die US-Industriedaten signalisierten eine Verlangsamung der Aktivität im Februar, verblieben jedoch über der Expansionsschwelle.



Die Renditen der US-Staatsanleihen steigen über die gesamte Kurve an, da die Furcht vor einem Inflations-Comeback die Anleger aus den Rentenpapieren treibt. Es ist der größte Ausverkauf bei Anleihen seit neun Monaten. Fitch Ratings warnt, dass eine anhaltende Zerstörung von Energie-Infrastruktur die Kreditprofile von Staaten massiv belasten könnte. Der US-Dollar gewinnt an Stärke. In diesem Umfeld bleibt der Schweizer Franken als gefragt, gestützt durch die fiskalische Stabilität der Eidgenossenschaft.



Rohöl der Sorte Brent zeigt ein bullisches Muster der Backwardation, wobei der Preisunterschied zwischen den nächsten Kontrakten auf 1,80 Dollar pro Barrel angeschwollen ist. Gold profitiert von der massiven Risikoaversion. Aluminium notiert nahe 3.300 Dollar pro Tonne, wobei bei einer weiteren Eskalation Preise von bis zu 3.700 Dollar drohen, da der Markt für 2026 ohnehin ein Defizit aufweist. Die Rohstoffpreise reagieren dabei weniger auf diplomatische Signale als vielmehr auf die physischen Realitäten am Golf.



Der APX rutscht um 30 auf nur noch neutrale minus 4 Punkte ab.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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