apano-Stimmungsindex

Die europäischen Aktienmärkte starten verhalten in die neue Woche, da die festgefahrene Situation im Nahen Osten die Risikofreude dämpft. Brent-Öl kletterte auf über 107 US-Dollar pro Barrel, nachdem die Bemühungen um eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende gescheitert waren. Ein Bericht über einen neuen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus sorgt dennoch für einen Funken Hoffnung. KI-Aktien erweisen sich auch in Asien, das stark von Öl und Gas aus der Golfregion abhängt, als bemerkenswert resilient. Dies dürfte die Erwartung stützen, dass die USA ihre wichtigsten Tech-Lieferanten nicht im Stich lassen werden. Trump betont, dass der Iran ihn nun telefonisch erreichen müsse, falls Interesse an einer Einigung bestehe. Parallel dazu trifft der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Montag in Russland Präsident Wladimir Putin.



Die Divergenz zwischen dem Tech-Überschwang am Aktienmarkt und der Skepsis an den Kreditmärkten wächst weiter. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen von KI-Schwergewichten wie Google, Meta und Softbank steigen spürbar, während ihre Aktionäre gleichzeitig auf massive Gewinnsteigerungen setzen. Einer der beiden Märkte unterschätzt das Risiko-Rendite-Verhältnis massiv. Hyperscaler nutzen vermehrt außerbilanzielle Leasingverpflichtungen für ihre massiven Rechenzentrumsprojekte, was laut Ratingagenturen das Risiko von Herabstufungen erhöht.



In Asien erreichen die Börsen in Japan, Südkorea und Taiwan neue Rekordstände. Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz bleibt der primäre Motor dieser Entwicklung, wobei die Märkte die Freitags-Vorgabe der Wall Street direkt aufgreifen. In Seoul springt SK Hynix auf einen neuen Rekordstand. Taiwan Semiconductor Manufacturing erklimmt ebenfalls ein Rekordhoch. China hinkt der regionalen Dynamik hinterher, belastet durch die steuerlichen und regulatorischen Unsicherheiten am Kreditmarkt. In Sydney stagniert der S&P/ASX-200 aufgrund der dort fehlenden Tech-Schwergewichte.



Die Wall Street verabschiedete sich bereits am Freitag mit Rekordhochs bei S&P 500 und Nasdaq in das Wochenende. Das Kursfeuerwerk bei Intel von 23,6 Prozent nach starken Quartalszahlen riss den gesamten Halbleitersektor mit. Diese Stärke im Tech-Sektor ließ die hohen Ölpreise vorübergehend in den Hintergrund treten. Auch Softwarewerte wie ServiceNow, Salesforce und Workday profitierten im Sog überzeugender SAP-Zahlen. Mehr als ein Viertel der S&P-500-Unternehmen hat bereits Ergebnisse geliefert, die die Erwartungen übertreffen.



Die Lage am Rentenmarkt bleibt angespannt, da Investoren zunehmend eine „fiskalische Dominanz“ befürchten. Haushaltsdefizite von sechs Prozent des US-BIP zwingen die Federal Reserve dazu, ihre Politik den massiven Kreditbedürfnissen des Finanzministeriums unterzuordnen, was inflationäre Geldentwertung als Alternative zu Ausgabenkürzungen wahrscheinlich macht. Der US-Dollar gibt leicht nach. Der Offshore-Yuan wertet auf, nachdem die chinesische Notenbank den Referenzkurs erstmals seit vier Tagen wieder stärker festsetzte.



Da die Gespräche in Pakistan nicht zustande kamen, verschiebt sich die Erwartung einer Wiederöffnung der Straße von Hormus auf Ende Mai. Ein Preisziel für Brent-Öl von bis zu 120 US-Dollar pro Barrel innerhalb der nächsten drei Monate rückt damit in greifbare Nähe. Gold verhält sich trotz des Öl-Schocks rational: Da der Markt seine Inflationserwartungen nach oben korrigiert, steigen die Anleiherenditen, was den Preis des Edelmetalls zunächst unter Druck setzte, bevor es sich am Montag wieder erholte. Industriemetalle wie Aluminium und Kupfer behaupten sich dank einer starken Nachfrage zur Lagerauffüllung in China vor dem Maifeiertag. Eisenerz verteuert sich aufgrund sinkender Bestände in chinesischen Häfen und rückläufiger Verschiffungen aus Australien und Brasilien.



Der APX zeigt sich erneut unverändert bei zuversichtlichen 28 Punkten.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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