apano-Stimmungsindex

Die europäischen Aktienmärkte starten am Donnerstag schwächer in den Handel, während die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer unvermindert auf der Straße von Hormus verharrt. Die Anleger klammern sich an den jüngst verkündeten Waffenstillstand, wobei die europäischen Indizes seit ihrem Märztief bereits über zehn Prozent an Wert gewonnen haben. Da substantielle Fortschritte in den Verhandlungen erst in den kommenden Tagen zu erwarten sind, bleiben kurzfristige Impulse Mangelware. Die Risiken für den heutigen Handelstag neigen eher zur Unterseite, zumal die Skepsis über die Dauerhaftigkeit der Entspannung wächst. Der Tankerverkehr im Persischen Golf stellt im Vergleich zum Vorkriegsniveau lediglich ein Rinnsal dar; eine einfache Rückkehr zum gewohnten Handelsbetrieb gilt als unwahrscheinlich. Dennoch greifen Investoren bei jeder Nachricht zu, die auch nur entfernt nach einer Lösung aussieht, um eine potenzielle Fortsetzung der Rally nicht zu verpassen. Parallelen zur Marktreaktion nach Trumps früherer Zollpause könnte sich als falsche Analogie erweisen. In diesem Kontext hat die US-Regierung ihre europäischen Verbündeten bereits aufgefordert, zeitnahe Pläne zur Sicherung der Seewege vorzulegen. Die US-Militärpräsenz in der Region bleibt bis zu einer endgültigen Einigung bestehen, was die Fragilität der Situation unterstreicht. Zwei voll beladene chinesische Öltanker warten derzeit vor der Meerenge und könnten als erste ausländische Schiffe unter dem Schutz der Feuerpause die Passage antreten. Obwohl die Bedeutung von Hormus im Iran bekannt gewesen sein dürfte, scheint sich das Regime über die wahre Hebelwirkung erst jetzt richtig bewusst geworden zu sein. Damit müsste Trump viele bittere Pillen schlucken und man darf schon mal überlegen, wie er die Wählergunst vor den US-Zwischenwahlen zurückgewinnen will.



In Asien dominierte eine abwartende Haltung, was die Kurse nach den kräftigen Aufschlägen des Vortages ins Minus drückt. Die zweiwöchige Waffenruhe wird zunehmend kritisch hinterfragt, da der Iran die Einbeziehung des Libanon fordert – eine Bedingung, die in Washington und Tel Aviv auf Ablehnung stößt. Da die Straße von Hormus entgegen zentraler Vereinbarungen weiterhin weitgehend blockiert bleibt, ziehen die Ölpreise wieder an. Dies stützt zwar Aktien aus dem Energiesektor, dämpft jedoch die allgemeine Risikofreude.



An der Wall Street löste die Verständigung auf die Waffenruhe zuvor eine massive Erleichterungsrally aus, befeuert durch einen deutlichen Rückgang der Energiekosten. Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbieter profitierten von der Aussicht auf niedrigere Treibstoffpreise. Im Gegensatz dazu gerieten klassische Energietitel unter Druck. Auch Technologiewerte waren gefragt, da eine Befriedung des Konflikts die Gefahr von Unterbrechungen in der globalen Chip-Lieferkette minimiert.



Die Rentenmärkte reagieren deutlich verhaltener auf die diplomatischen Signale als die Aktienmärkte. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass entweder die Dauerhaftigkeit des Waffenstillstands angezweifelt wird oder die inflationären Folgen der zerstörten Energieinfrastruktur langfristig im System verbleiben. Die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung untermauern diese Skepsis: Die Aussichten auf Zinssenkungen haben sich verschlechtert, da der Energieschock die Inflation hochhält, ohne gleichzeitig die Nachfrage massiv genug zu schwächen, um eine Lockerung der Geldpolitik zu rechtfertigen.



Solange die Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt, überwiegen die Aufwärtsrisiken für den Ölpreis, da die physische Verknappung zunehmend in die Terminkontrakte übergeht. Brent-Öl notiert zwar knapp unter der Marke von 100 Dollar. Gold gab in Asien leicht nach.



Der APX verbessert sich um vier auf weiter neutrale 14 Punkte.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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