apano-Stimmungsindex

Europas Aktienmärkte starten mit gedämpften Erwartungen und können sich dem globalen Zins- und Geopolitik-Stress nicht entziehen. Die US-Notenbank liefert unter Kevin Warsh ein meisterhaftes Schauspiel der Orientierungslosigkeit: Ein zähneknirschendes Stillhalten bei den Zinsen, garniert mit drei Abweichlern, beraubt die Akteure verlässlicher Führung und befeuert eine historische Volatilität am Anleihemarkt. Während hierzulande eine durchwachsene Berichtssaison mit starken Zahlen von BMW oder Societe Generale, aber Enttäuschungen bei Adidas für stockende Impulse sorgt, treibt die Furcht vor einer restriktiven Fed die Refinanzierungskosten in die Höhe. Auch die Vorgaben aus Übersee bieten wenig Halt, sodass hiesige Kurse mit Schlagseite in den Tag starten.



Ostasiens Börsen liefern derzeit ein Lehrstück in rasanter Vermögensvernichtung. Der südkoreanische Kospi demonstrierte dies eindrucksvoll, indem er einen Intraday-Gewinn von über fünf Prozent ausradierte und tief ins Minus rutschte. Dass der Index im Juli alle drei gleitenden Durchschnitte der vergangenen 50, 100 und 200 Tage durchbrochen hat, unterstreicht die brutale Absturzdynamik. Südkoreas Maßnahmen zur Marktstabilisierung und Beschränkungen von Hebel-ETFs kommen schlichtweg zu spät, da das sprichwörtliche Kind längst in den Brunnen gefallen ist. Hunderttausende zwangsliquidierte Wertpapierkredite haben den Markt bereinigt, weshalb die Marke von 9000 Punkten eine ferne Illusion bleibt. Stattdessen flüchten Akteure aus dem Technologiesektor in Immobilien- und Energiewerte.



An der Wall Street hat der technologielastige Nasdaq 100 offiziell das Terrain einer Marktkorrektur betreten. Gigantische Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz werden zunehmend kritisch auf ihre tatsächliche Rendite abgeklopft. Dies manifestiert sich in einem schonungslosen Ausverkauf bei Halbleiterwerten, wo enttäuschende Prognosen führender Chip-Entwickler die Skepsis anfachen. Einen schmalen Lichtblick liefert Microsoft: Rasantes Wachstum im Cloud-Geschäft ließ das Papier nachbörslich um fast neun Prozent nach oben schnellen. Im krassen Gegensatz stürzte Meta nach einem ernüchternden Umsatzausblick um 7,5 Prozent ab. Diese extremen Ausschläge zeigen, wie dünn das Eis im Technologiesektor geworden ist, während man nun nervös auf Bilanzen von Apple und Amazon starrt.



Die anhaltende Inflationstoleranz der Notenbanken fordert an den Rentenmärkten ihren Tribut. Der Verkaufsdruck entlädt sich gnadenlos am langen Ende der Zinskurve. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen schoss auf 5,23 Prozent und markiert das höchste Niveau seit dem Jahr 2007. Diese historische Talfahrt der Anleihekurse zieht asiatische und europäische Papiere unweigerlich in die Tiefe. Da eine Zinsanhebung der Fed im September immer wahrscheinlicher wird, verfestigen sich höhere Renditen über die gesamte Kurve. Am Devisenmarkt zeigt sich der US-Dollar bemerkenswert widerstandsfähig, während das britische Pfund im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Bank of England leicht Federn lässt.



Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten treibt die Rohstoffmärkte unerbittlich an. Neue US-Militärschläge gegen den Iran, die zivile Infrastruktur verschonten, zementieren die Risikoprämien. Da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus auf ein Rinnsal zusammengeschmolzen ist und amerikanische Rohölreserven rasant schrumpfen, bleibt das Aufwärtspotenzial bei Energiepreisen gewaltig. Die Sorte WTI kletterte diesen Monat um 22 Prozent, US-Diesel verteuerte sich um über zehn Prozent, während sich Brent nahe 88 US-Dollar pro Barrel behauptet. Für Gold gibt es nach der Fed-Sitzung hingegen wenig zu feiern. Die drohende Zinswende im September, gepaart mit massiv gestiegenen Anleiherenditen und einem robusten Dollar, nimmt dem zinslosen Edelmetall jeglichen Glanz und drückt die Notierungen nach unten.



Der apano APX stellt sich unverändert auf neutrale zehn Punkte ein.



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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