apano-Stimmungsindex

Die Schwäche an den Aktienmärkten setzt sich am Freitag fort, da der Optimismus über ein baldiges Waffenstillstandsabkommen im Nahen Osten schwindet. Die europäischen Märkte eröffnen schwächer und knüpfen an die negative Tendenz aus Übersee an. Zwar hat US-Präsident Trump die angedrohten Schläge gegen die iranische Energieinfrastruktur um zehn Tage ausgesetzt, um Raum für Verhandlungen zu schaffen, doch verzögert diese Entscheidung gleichzeitig eine mögliche Wiederöffnung der für den Energiehandel kritischen Straße von Hormus. Dass Trump zudem den Verzicht der USA auf diesen Handelsweg betont, dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Normalisierung der globalen Lieferketten. Während Israel seine Angriffe auf den Iran fortsetzt und das Pentagon die Entsendung weiterer 10.000 Soldaten in die Region prüft, löst sich die Diskrepanz zwischen der Zuversicht an den Aktienmärkten und der Realität an den Rentenmärkten, wo die Renditen von Bundesanleihen zuletzt Rekordstände erreichten, zulasten der Aktien auf. Zudem warnt das Office of Financial Research vor systemischen Stabilitätsrisiken: Hedgefonds haben ihre Repo-Kreditaufnahme seit Ende 2022 massiv um 154 Prozent auf 3,1 Billionen US-Dollar gesteigert, wobei einzelne Strategien einen sechsfachen Hebel nutzen. In einem Umfeld, in dem weder der S&P 500 noch der Stoxx 600 seit Beginn des Konflikts jemals einen Freitag mit Gewinnen beendet haben, meiden Anleger vor dem ungewissen Wochenende das Risiko.



Die asiatischen Märkte tendierten anfangs schwächer, konnten sich aber von ihren anfänglichen Tiefstständen leicht erholen. Der südkoreanische Kospi halbierte sein morgendliches Minus von drei Prozent bis zum Handelsende auf 0,4 Prozent. Auch in Tokio verbesserte sich die Stimmung im Verlauf leicht, während die chinesischen Festlandbörsen und Hongkong moderate Zuwächse verbuchten.



In den USA herrschte gestern tiefe Ernüchterung vor. Verschärft wurde die Lage durch Berichte iranischer Medien über eine mögliche Blockade der Meerenge Bab al-Mandeb. Im Technologiesektor sorgte ein wegweisendes Urteil für massiven Druck: Ein Gericht verurteilte Alphabet und Meta zur Zahlung von Schadensersatz, da ihre Apps bewusst abhängig machen und die Gesundheit Jugendlicher gefährden würden. Dieser Ausgang könnte das Geschäftsmodell der Plattformbetreiber nachhaltig beeinträchtigen. Gleichzeitig setzen Speicherhersteller wie SanDisk und Micron Technology ihre Talfahrt fort. Auslöser ist der neue KI-Algorithmus TurboQuant von Google, der den benötigten Speicherplatz um das Sechsfache reduziert.



An den Rentenmärkten zeichnet sich ein toxisches Szenario ab. Australische und japanische Staatsanleihen gerieten zum Wochenabschluss unter erheblichen Verkaufsdruck. In den USA signalisieren Fed-Vertreter wachsende Besorgnis über inflationsgetriebene Folgeschäden des Konflikts. Am Devisenmarkt sorgt die Drohung des japanischen Finanzministers mit mutigen Maßnahmen gegen Währungsspekulationen für einen festeren Yen. Der Euro hingegen bleibt unter Druck, da die Risiken eines langwierigen Konflikts und die daraus resultierende Energieknappheit in den Preisen noch nicht vollständig abgebildet sind.



Brent-Futures legen kräftig zu. Der globale Ölmarkt wandelt sich von einem reinen Versorgungsschock hin zu einem Problem der Bestandserschöpfung. Besonders Europa wird diesen Effekt ab Mitte April durch steigende Kosten und einen verschärften Wettbewerb mit Asien um die verbleibenden Mengen spüren. Die aktuelle Terminstrukturkurve befindet sich in einer starken Backwardation, was die knappe Verfügbarkeit am Spotmarkt unterstreicht. Anleger sollten sich nicht von niedrigeren Preisen für ferne Liefertermine täuschen lassen; die Kurve ist kein Preisprognose-Instrument, sondern spiegelt lediglich die aktuelle Risikoprämie wider. Solange die Blockaden bestehen, bleiben die Spotpreise auf hohem Niveau verankert. Gold profitiert kaum von der Lage.



Der APX gibt um einen auf -18 Punkte nach (neutral)





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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