apano-Stimmungsindex

Die europäischen Aktienmärkte starten mit gedämpften Vorzeichen in die neue Handelswoche. Der richtungsweisende Ton kommt dabei aus den USA und dem Nahen Osten: Die geldpolitische Neuausrichtung der Federal Reserve und aufflammende geopolitische Spannungen dämpfen die Risikobereitschaft. Über das Wochenende führten die Vereinigten Staaten Angriffe auf iranische Raketenstellungen durch, worauf Teheran mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Jordanien reagierte. Zugleich kündigte Washington weitere Finanzsanktionen gegen Banken an, die mit dem Iran kooperieren. Diese Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise spürbar und heizt damit neue Inflationsängste an. Zeitgleich haben die Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole die Zinserwartungen grundlegend verändert. Für die europäischen Handelsplätze bedeutet dies Gegenwind, der durch feiertagsbedingt geschlossene Märkte in London und ein entsprechend dünneres Handelsvolumen noch verstärkt werden könnte.



In Asien dominierten Abgaben. Der MSCI Asia Pacific gab nach, wobei vor allem zinssensitive Sektoren unter Druck standen. In Hongkong gerieten Immobilienwerte spürbar in Bedrängnis, nachdem die kurzfristigen Geldmarktsätze auf den höchsten Stand des Jahres stiegen. Durch die feste Koppelung des Hongkong-Dollar an den US-Dollar schlagen Zinserhöhungserwartungen in den USA unmittelbar auf die Finanzierungsbedingungen der Sonderverwaltungszone durch. Hinzu kommen neue handelspolitische Spannungen: Aus Washington verlautete die Forderung an die G20-Partner, die Handelsbedingungen mit China angesichts der anhaltenden Exportflut neu zu bewerten. Während der Hang Seng Index nachgab, behaupteten sich die Festlandbörsen in Shanghai mit leichten Gewinnen.



An der Wall Street hinterließ der Auftritt von Kevin Warsh deutliche Spuren, die sich in schwächeren S&P-500-Futures-Kursen fortsetzen. Seine Feststellung, dass die Inflation nicht signifikant nachlässt und die monetären Bedingungen keineswegs restriktiv sind, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September von zuvor etwa 35 Prozent auf über 60 Prozent ansteigen. Diese hawkishe Haltung belastet insbesondere die hoch bewerteten Technologietitel. Für die Aktienmärkte steht ein wichtiger Test bevor: Die Kontrakte testen die Tiefstände der Vorwoche, deren Bruch den Verkaufsdruck beschleunigen könnte. Das saisonale Umfeld mahnt ebenfalls zur Vorsicht, da der September im Schnitt der vergangenen zehn Jahre der schwächste Monat für den S&P 500 war. Vor dem US-Feiertag Labor Day und dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht agieren die Marktteilnehmer zurückhaltend.



Am Devisen- und Rentenmarkt dominiert die Neubewertung der US-Geldpolitik. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen gaben im asiatischen Handel leicht auf 4,33 Prozent nach, nachdem sie am Freitag um 16 Basispunkte gestiegen waren, während zehnjährige Papiere bei 4,71 Prozent verharren. Die steigenden Fed-Zinserwartungen überlagern die Aussichten auf eine geldpolitische Straffung der Bank of Japan. Obwohl die Märkte eine japanische Zinsanhebung im September mit rund 85 Prozent Wahrscheinlichkeit einpreisen, verschiebt sich der relative Zinstrend zugunsten des US-Dollar. Der US-Dollar notiert gegenüber dem Yen bei rund 159,86 Yen, womit die Gewinne aus den jüngsten Währungsinterventionen wieder schwinden. Ohne deutlichere Signale aus Tokio droht dem Yen eine erneute Schwächephase.



Am Rohstoffmarkt sorgten die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und Berichte über Zwischenfälle in der Straße von Hormus für einen kräftigen Preisanstieg. Brent-Öl verteuerte sich um 2,9 Prozent auf 90,61 US-Dollar je Barrel. Der Goldpreis gab im Gegenzug leicht auf etwa 4.436 US-Dollar je Feinunze nach, da die Aussicht auf länger anhaltend hohe US-Zinsen die Opportunitätskosten des unverzinslichen Edelmetalls erhöht.



Der APX verliert fünf auf neutrale 17 Punkte.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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