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Europas Aktienmärkte starten wahrscheinlich mit moderaten Kursaufschlägen in den Handelstag, gestützt von nachgebenden Energiepreisen und diplomatischen Signalen im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump meldete konstruktive Gespräche mit iranischen Gesandten, was die Furcht vor einer Eskalation dämpft und die Rohölpreise unter die Schwelle von 100 Dollar je Barrel drückt. Gleichzeitig nimmt Saudi-Arabien den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline auf. Die Hoffnung auf eine Entspannung an der Energiefront nährt Spekulationen auf einen flacheren Zinszyklus der US-Notenbank Federal Reserve. Doch die Annahme, dass billigeres Rohöl automatisch die Anleiherenditen in Europa senkt, trügt. Trotz eines sechstägigen Preisrückgangs bei Rohöl und deutlicher Verluste beim europäischen Erdgas verharren die Renditen zweijähriger Bundesanleihen auf hohem Niveau. Der Durchschnittspreis für Brent-Öl liegt seit Ausbruch der Feindseligkeiten weiterhin nahe 100 Dollar je Barrel, Erdgas kostet mehr als das Doppelte des Vorkrisenniveaus. Sieben aufeinanderfolgende Monate erhöhter Energiekosten belasten die Inflationsdynamik nachhaltig. Daher bleiben Zinserhöhungserwartungen stabil. Die heute anstehenden Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum dienen den Währungshütern als Bestätigung für die Robustheit der Wirtschaft, was den Spielraum für weitere Zinsschritte stützt.


 


Die Stimmung in Asien ist verhalten. Der MSCI Asia Pacific notiert mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent, büßt jedoch frühe Gewinne ein. Chinesische Technologiewerte geraten unter Druck, nachdem Pekings Regulierungsbehörden Untersuchungen gegen die Start-ups DeepSeek und Moonshot AI wegen Datensicherheitsbedenken eingeleitet haben. Der Blick richtet sich zudem auf das bevorstehende Treffen zwischen Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Drei Jahre nach Xis letztem Besuch in den USA fällt die marktübergreifende Bilanz zugunsten Chinas aus: Die Rendite zehnjähriger chinesischer Staatsanleihen liegt rund 100 Basispunkte niedriger als im November 2023, während die entsprechende US-Rendite um 50 Basispunkte stieg. Der Yuan gewann acht Prozent gegenüber dem Dollar. An den Aktienmärkten hinkt China dagegen hinterher: Der S&P 500 legte seitdem um etwa 72 Prozent zu, während der CSI 300 lediglich 27 Prozent stieg.


 


An der Wall Street dominierte am Vortag eine extreme Marktverengung. Der technologielastige Nasdaq 100 markierte seinen ersten Rekordstand seit Juni. Hinter dem Anstieg von 6,4 Prozent innerhalb von fünf Handelstagen steht eine historische Konzentration: Allein fünf Halbleiter- und Technologiekonzerne, angeführt von Nvidia, zeichneten für die Hälfte des Gesamtzugewinns verantwortlich, während 32 Indexmitglieder Kursverluste verbuchten. Der marktbreite S&P 500 zeigt eine ähnliche Asymmetrie. Seit Ende 2022 schneidet der kapitalisierungsgewichtete Index deutlich besser ab als seine gleichgewichtete Variante. Diese Konzentration erinnert an die Marktstrukturen der späten Neunzigerjahre während der Dotcom-Phase und mahnt zur Vorsicht bei der Bewertung neuer Rekordmarken. Meta Platforms stand nach einer Vertriebspartnerschaft für seinen neuen Assistenten im Fokus, während Finanzwerte unter Druck gerieten, da automatisierte Systeme künftig Margen und Gebühren im Wertpapierhandel belasten könnten.


 


Am Rentenmarkt führt die Aussicht auf geringere Inflationsrisiken zu festeren Notierungen bei US-Treasury-Futures sowie asiatischen Staatsanleihen. Am Devisenmarkt behauptet sich der US-Dollar. Der Bloomberg Dollar Spot Index erreicht den höchsten Stand seit Anfang August. Der Euro gibt auf 1,1424 Dollar nach.


 


Die Rohölnotierungen steuern auf die längste Verlustserie seit über einem Jahr zu. Die Sorte Brent verbilligt sich um 0,6 Prozent auf 98,60 Dollar je Barrel. Gold gibt auf 4.330 Dollar nach.


Der APX steigt um sieben auf weiter zuversichtliche 28 Punkte.


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