apano-Stimmungsindex

Die europäischen Aktienmärkte starten mit negativen Vorgaben aus Asien und den USA in die neue Handelswoche. Das dominierende Thema bleibt der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, nachdem der Iran eine Aufweichung seiner Bedingungen zur Öffnung der Straße von Hormus ablehnte und der amerikanische Präsident den jüngsten iranischen Vorschlag zurückwies. Diese diplomatische Stagnation lässt den Ölpreis steigen und schürt erneute Inflationsängste, was Aktien und Anleihen unter Druck setzt. Die Euro Stoxx Futures geben im asiatischen Handel stetig nach, und auch die US-Aktienfutures tendieren im Minus. Ein Terrorverdacht in Großbritannien nahe einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt trägt zur geopolitischen Anspannung bei.



Die asiatischen Börsen reagieren nach einem langen Wochenende mit Kursverlusten im Technologiesektor. China signalisiert offenbar die Freigabe von Nvidias neuem RTX Pro 5500 für Unternehmen wie Alibaba und ByteDance, was die chinesischen Chiphersteller belastet. Das chinesische Industrieministerium hat bei den Firmen konkrete Kaufpläne abgefragt und einigen bereits eine Genehmigung in Aussicht gestellt. Der Chip ist primär für Grafik und Simulation ausgelegt, kann aber auch KI-Anwendungen unterstützen und unterliegt daher weniger strengen US-Exportbeschränkungen als Nvidias leistungsfähigste KI-Beschleuniger. Die negative Entwicklung wird durch Bemühungen der USA verschärft, chinesische Optiktechnologie aus dem eigenen Markt zu verbannen. Der Technologiesektor drückt den CSI 300 auf ein Jahrestief, obwohl große Banken und Ölkonzerne Zugewinne verzeichnen. Ausländische Investoren ziehen Kapital aus ETFs auf chinesische Onshore-Aktien und Hongkong-Technologiewerte ab.



Die amerikanische Wirtschaft zeigt sich weiter in robuster Verfassung und verarbeitet das höhere Zinsniveau ohne Rezessionsanzeichen. Erhöhte Energiekosten zwingen aber die Notenbank, den Kampf gegen die Inflation mit einer restriktiven Geldpolitik fortzusetzen. Ein weiterer Zinsschritt um 25 Basispunkte bis zum Jahresende ist am Markt vollständig eingepreist. Langfristig besteht die Hoffnung, dass Produktivitätsgewinne durch Deregulierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz die Preissteigerungen eindämmen. Hier liegt die Achilles-Ferse der US-Börse: Die gute Wirtschaftslage wird aktuell von dem Ausbau der KI-Infrastruktur getragen, der zum Ende kommen wird. Ab da müssten sich die Produktivitätsgewinne der KI materialisieren, damit die Wirtschaft weiter dynamisch wächst.



Europäische Staatsanleihen weiten Verluste aus und starten defensiv in die neue Handelswoche. Die Renditen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve sind in Deutschland und Großbritannien seit Beginn des Nahostkonflikts um über 125 Basispunkte gestiegen und übertreffen das Ausmaß der Zinsschritte der Europäischen Zentralbank. Mit dem achten Konfliktmonat rückt ein Szenario näher, das eine hartnäckige Inflation und eine stärkere Wachstumsbremse impliziert. Die Rendite der zweijährigen amerikanischen Staatsanleihe steigt auf 4,91 Prozent, die zehnjährige Rendite legt auf 5,21 Prozent zu. Am Devisenmarkt wertet der Offshore-Yuan nach einem amerikanischen Zollabkommen auf 6,7146 pro Dollar auf. Dies stützt den Euro bei 1,1380 Dollar, während am Montag Optionen im Wert von vier Milliarden Euro bei 1,1400 Dollar verfallen.



Brent-Öl verteuert sich auf 107,50 Dollar. Der Abstand zwischen den beiden nächstfälligen Kontrakten weitet sich auf 7,75 Dollar aus und signalisiert Sorgen über kurzfristige Angebotsengpässe. Edelmetalle geraten durch das anhaltend hohe Zinsniveau erheblich unter Druck. Gold fällt auf 4.174 Dollar. Gold-ETFs hatten ihre Bestände zuletzt auf ein Mehrjahreshoch ausgebaut. Ein Umfeld steigender Renditen und hoher Energiekosten gefährdet diese Nachfrage nun. Der erneute Kursrückgang bei Gold birgt das Risiko beschleunigter Abflüsse aus den ETFs und rückt einen Test der Marke von 4.000 Dollar in den Fokus.



Der APX verliert zwei auf neutrale zwölf Punkte.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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