apano-Stimmungsindex

Der europäische Aktienmarkt bleiben unter Druck. Treiber ist der Auftrieb an den Energiemärkten, der die Inflationssorgen schürt und die Renditen an den Rentenmärkten auf Stände treibt, die seit fast zwei Jahrzehnten unerreicht waren. Der MSCI All Country World steuert auf seinen fünften Verlust innerhalb von sechs Handelstagen zu. Schwache Vorgaben aus Ostasien und Verluste bei den US-Futures nach dem verhaltenen Wochenauftakt an der Wall Street belasten zusätzlich. Die Kombination aus steigenden Kapitalkosten und anhaltendem Preisdruck engt den Spielraum spürbar ein.



Der MSCI Asia Pacific verliert 0,8 Prozent, maßgeblich belastet von Abgaben im Finanzsektor. Auslöser der Schwäche bei Bankwerten ist die Aussage der Bank of America, wonach die Erträge im Handelsgeschäft stagnieren dürften. In Tokio gibt der Topix um 0,2 Prozent nach. Der Hang Seng büßt 0,6 Prozent ein, und der Shanghai Composite verliert 0,2 Prozent. Druck lastet auch auf japanischen Staatsanleihen, nachdem Berichte über steigende Verteidigungsausgaben die Rendite im zehnjährigen Bereich auf 3,025 Prozent steigen ließen.



In den USA schloss der Kassamarkt schwächer, und die Terminkontrakte auf den S&P 500, den Nasdaq 100 sowie den Dow Jones geben jeweils 0,2 Prozent nach. Belastend wirkt die Debatte über das Entwicklungstempo künstlicher Intelligenz. Forderungen führender Entwickler, den Fortschritt zur Risikominimierung zu verlangsamen, lösten Verunsicherung im Halbleitersektor aus. Obwohl Donald Trump regulatorische Bremsen scharf ablehnt, dämpft die Diskussion die Zuversicht bei Technologiewerten. Zudem zieht das Renditeniveau am Rentenmarkt Anlagekapital ab: Der Anstieg bei US-Staatsanleihen auf mehr als 5,0 Prozent erreicht eine psychologische Schwelle, an der festverzinsliche Papiere zu einer ernsthaften Konkurrenz für Aktien werden. Besonders sind Aktien gefährdet, die von der Versprechung auf weit in der Zukunft liegende Gewinnsteigerungen profitierten, da die Abdiskontierungsfaktoren für diese Gewinne steigen.



Die Rendite zehnjähriger US-Papiere kletterte um vier Basispunkte auf 5,02 Prozent und verharrt auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve preisen die Terminmärkte eine Anhebung mit über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Notenbankchef Kevin Warsh senkte die Hürden für eine Straffung; ein Verzicht würde die institutionelle Glaubwürdigkeit beschädigen. Der Fokus liegt darauf, wie lange das Zinsniveau restriktiv bleibt, wobei bis zum Jahresende mindestens ein weiterer Zinsschritt erwartet wird. Wachsende Haushaltsdefizite und Anleiheemissionen von Technologiekonzernen verknappen das Kapitalangebot und treiben die Laufzeitprämien. Interessanterweise ist die sogenannte Term-Premium, die den Risikoaufschlag für eine langfristige Kapitalbindung an zehnjährige US-Staatsanleihen misst, noch deutlich vom Niveau nach der Jahrtausendwende entfernt. Zusammen mit einem stabilen US-Dollar und schwachem Gold spricht das nicht für das Marktnarrativ des Debasement-Trades, der Flucht aus sogenannten Fiat-Währungen und Staatsanleihen in Sachwerte.



In Europa zogen die Renditen am kurzen Ende im laufenden Quartal um rund 75 Basispunkte an. Drei eingepreiste Zinsschritte der Europäischen Zentralbank dienen primär der Portfolio-Absicherung, da das neutrale Zinsniveau bereits erreicht ist. Gestützt von hohen Renditen legt der Bloomberg Dollar Spot Index 0,2 Prozent zu. Der Euro gibt auf 1,1536 US-Dollar nach.



Brent-Öl verteuert sich auf 107,60 US-Dollar je. Preistreibend wirken der Ausfall einer saudi-arabischen Pipeline nach Angriffen sowie geopolitische Risiken. Widersprüchliche Angaben von Donald Trump und der Ukraine über ein Abkommen mit Russland zur Schonung der Energieinfrastruktur stützen die Risikoprämien. Unter dem Druck hoher Anleiherenditen notiert Gold bei 4.295 US-Dollar je Feinunze auf einem Fünfwochentief.



Der APX ermäßigt sich um drei auf weiter neutrale minus vier Punkte.



Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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