apano-Stimmungsindex

Die europäischen Börsen steuern heute auf eine schwache Eröffnung zu. Ein sich über Nacht verschärfender globaler Abverkauf bei Halbleitertiteln zieht die Nasdaq-Futures weiter ins Minus, nachdem der Sektor bereits am Vortag seinen schwächsten Handelstag seit mehr als zwei Monaten verzeichnet hatte. Auslöser dieser Risikoscheu ist eine toxische Kombination aus hartnäckiger US-Inflation, die für weitere Zinsanhebungen der US-Notenbank spricht, und wachsende Zweifel an der Kapitalrendite milliardenschwerer KI-Investitionen. Besonders die sogenannte Token-Ökonomie offenbart Risse: Das Ausgabenwachstum für KI-Token stagnierte im August und September nahezu, obwohl das verarbeitete Volumen weiter stieg. Preisnachlässe der führenden Entwickler sowie Effizienzgewinne drücken den Mischpreis pro einer Million Token spürbar nach unten. Zwar erreichten die Ausgaben Anfang Oktober einen neuen Spitzenwert, doch die abflachende Wachstumsdynamik bedroht das Fundament des aktuellen Investitionsbooms, der auf den Umsatzprojektionen der großen KI-Labore fußt. Dazu enttäuschte auch ein Bericht über einen Quartalsumsatz von nur 16,8 Milliarden Dollar bei Anthropic, da Anleger angesichts eines ohnehin liquiditätsverknappten Umfelds den enormen Kapitalhunger inklusive des geplanten Börsengangs kritisch hinterfragen. Dennoch könnte sich die jüngste Verkaufswelle als überzogen erweisen, solange harte Belege für ein Abflachen der KI-Adaption ausbleiben. Die drei zentralen Säulen des KI-Aufschwungs – Investitionsausgaben, Endnachfrage und Finanzierung – halten im Kern stand: Südkoreanische Chipexporte markierten im September ein zyklisches Hoch, und steigende Mietpreise für Grafikprozessoren selbst älterer Generationen belegen den ungebrochenen Bedarf an Rechenkapazität.



In Asien entlud sich die Nervosität heute mit voller Wucht, allen voran in Südkorea, wo der Kospi als Gradmesser des KI-Themas auf den tiefsten Stand seit Juli einbrach. Die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix büßten jeweils elf Prozent ein. Im Fokus der Anleger stand zudem der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC, dessen Aktie im Vorfeld der Zahlen um zwei Prozent nachgab. Zwar übertraf der Nettogewinn anschließend die Schätzungen, doch eine leicht unter den Erwartungen liegende Bruttomarge dürfte das Haar in der Suppe sein. Der breit gefasste MSCI Asia Pacific verlor 3,3 Prozent.



In den USA hatte der stärkste US-Verbraucherpreisanstieg seit fünf Monaten die Talfahrt eingeleitet. Die durch hohe Ölpreise angeheizte Teuerung veranlasste Händler dazu, bis Ende Januar Zinserhöhungen der Fed um rund 40 Basispunkten einzupreisen, was zinssensible Technologiewerte und Nebenwerte belastete und den Russell 2000 in eine Korrektur drückte. Im Epizentrum des Abverkaufs stand der KI-Infrastrukturanbieter CoreWeave, dessen Aktien um bis zu 17 Prozent einbrachen. Die erst vor vier Monaten begebenen Anleihen des Unternehmens mit Fälligkeit 2032 fielen auf unter 78 Cent pro Dollar, was die neu entfachten Sorgen über die Refinanzierungsrisiken im Technologiesektor unterstreicht.



Nachdem US-Staatsanleihen unmittelbar nach den Inflationsdaten zunächst nachgegeben hatten, lockten die auf Mehrjahreshochs liegenden Renditen sowie die Befürchtung, ein Einbruch des KI-Sektors könne das reale Wirtschaftswachstum bremsen, Käufer zurück. Die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel in Asien um bis zu neun Basispunkte auf 5,10 Prozent. Auch japanische Staatsanleihen verzeichneten eine seit Jahren kaum gesehene Nachfrage, wodurch die zehnjährige Rendite auf 2,92 Prozent sank. Der Schweizer Franken führte als sicherer Hafen die Gewinnerliste der zehn wichtigsten Industrieländerwährungen an.



Nachlassende Sorgen über Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten sorgten für Entspannung bei den Energiepreisen. Brent-Öl verbilligte sich auf 104,40 Dollar. Gold beendete eine dreitägige Verlustserie mit einem Anstieg auf 4.140 Dollar.



Der APX verliert 16 auf neutrale minus fünf Punkte.





Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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