apano-Stimmungsindex

nach einem Zwischentief von 5,25% gestern Vormittag sind die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen mittlerweile wieder auf 5,32% geklettert. Noch drastischer ist die Entwicklung bei den 30-jähringen Treasuries. Diese hämmern mit aktuell 5,689% heute früh gegen die 5,70er Marke und stehen am höchsten Stand seit 25 Jahren. Da das derzeitige Renditeniveau für Aktienanleger aus vielerlei Gründen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung darstellt, reagieren die Investoren mittlerweile hochsensibel auf kleinste Zinsveränderungen. Während also der gestrige Rückgang freudig registriert wurde, tritt nun wieder Ernüchterung ein. Zwar rechnen laut CME Group`s FedWatch Tool lediglich 20% der befragten Händler mit einem Zinsschritt der US-Notenbank bei ihrem Meeting im Oktober. Jedoch hat die Fed nur relativ wenige Möglichkeiten, das lange Laufzeitende zu beeinflussen. Gespannt warten die Investoren dennoch auf das am Abend zur Veröffentlichung anstehende Protokoll der letzten FED-Sitzung (die "Minutes"). Belastend wirkt heute der kräftige Wiederanstieg der Energiepreise. Seit seinem gestrigen Tief hat der Brent Crude Futures bereits wieder um 3 USD zugelegt. Dahinter stehen Nachrichten von gestern Abend, dass die Huthis zwei Flughäfen in Saudi-Arabien attackiert hätte. Es gibt Befürchtungen, dass die Rebellen vor dem Hintergrund von Geländeverlusten ihre Angriffe auf Energiefazilitäten ausweiten könnten. Auch berichten Bloomberg und CNBC übereinstimmend, dass der Iran tendenziell wieder eine größere Bereitschaft zeigt, Tanker zu attackieren, welche die Straße von Hormus passieren wollen. Die Global Titans zeigen sich heute früh von der Entwicklung an den Rentenmärkten unbeeindruckt. Diese Konzerne sind aufgrund ihrer vorzüglichen Cash-Situation Zinsprofiteure und dank vielfach unelastischer Nachfrage und Einzigartigkeit ihrer Produkte ("Burggraben") recht unsensibel für konjunkturelle Rückgänge. Somit fungieren sie als "sicherer Hafen" und diesbezügliche ETFs erklimmen folgerichtig aktuell neue Rekordstände. Dies wiederum treibt den Weltaktienindex an und verzerrt dabei die Realität. Denn in Europa fehlen dem STXE 600 weiterhin 3,5% zu seinem August-Top, dem DAX sogar fast 5%. Auch Japan liegt (leicht) unter Allzeithoch, China ist meilenweit davon entfernt. An Europas Börsen klingt der Ausverkauf von Schneider Electric allmählich aus. Der Konzern ist wegen Abgaben aufgrund seines massiven Unternehmenszukaufs von Platz 5 im ESX 50 auf Rang 11 zurückgefallen und hat in dieser Woche mit -16% den Index ausgebremst. Unter Druck stehen heute früh die Finanzwerte und Siemens, außerdem Halbleiterunternehmen. Gold und Kryptowährungen notieren wegen der gestiegenen Zinsen ebenfalls wieder schwächer, während USD und Yen zum Euro zulegen. Der französische EZB-Vertreter Emmanuel Moulin gab am Morgen ein Interview im Radiosender France Inter. Die Finanzlage Frankreichs sei ernst und kompliziert, die europäische Zentralbank beabsichtige aber nicht, zu intervenieren. Es sei nicht die Aufgabe der EZB, sich um die fiskalischen Probleme eines Staates zu kümmern. Ihr Job sei es, falls erforderlich, überbordende Inflation zu bekämpfen und diese bei etwa 2% einzugrenzen. Ein Wort jedoch verdient Aufmerksamkeit: die EZB sei bei den "derzeitigen" Konditionen nicht bereit, zu intervenieren. Das kann durchaus Spekulationen zulassen, dass sie im Falle einer deutlichen Verschärfung der Marktbedingungen doch zu Hilfe eilt.

Die desolate Verfassung an den Rentenmärkten belastet den apano-Börsenstimmungsindex bereits seit etlichen Tagen mit dem fast maximalen Abzug von -12 Punkten. Lediglich die EM-Bonds retten noch einen Punkt. Insbesondere dank der Maximalpunktzahl bei S&P 500 und Nikkei 225 kann das jedoch in etwa ausgeglichen werden. Von den restlichen Stimmungsindikatoren kommen zumeist neutrale bis leicht positive Beiträge. Der APX notiert heute bei +1.











Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).


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